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Schlaf




 

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Regeneration und Schlaf sind für den ganzen Menschen,

was das Aufziehen für die Uhr

(Arthur Schopenhauer)

 

Wussten Sie, dass das Gehirn Ihres Babys im Tiefschlaf auf Hochtouren arbeitet?

Für ein Baby ist Schlaf sehr wichtig. Wenn das Baby im Tiefschlaf ist, arbeitet das Gehirn auf Hochtouren. Wissenschaftler haben die Gehirnaktivität schlafender Babys untersucht und festgestellt, dass bestimmte Bereiche des Gehirns im Schlaf besonders aktiv sind.

Im Schlaf nimmt das Baby bedeutend weniger Stimulierung aus der Umgebung auf. Das ermöglicht dem Gehirn, wichtige Aufgaben – wie z. B. Gedächtnisbildung und Lernen – auszuführen. Im Wachzustand nimmt das Baby ständig neue Erfahrungen auf. Das Gehirn speichert alle Sinneseindrücke, sortiert sie und ordnet sie während des Schlafes (vor allem in den REM-Stadien).

 

Beim menschlichen Gehirn – besonders ausgeprägt beim kindlichen Gehirn – besteht die Hauptaufgabe darin, neue Verbindungen zwischen Gehirnzellen oder Neuronen herzustellen, wie ein großer Schaltkreis: jedes Mal, wenn ein Lernvorgang stattfindet, wird ein neuer Draht gelegt und ein Teil des Schaltkreises mit einem anderen verknüpft. Der Hauptanteil davon findet während des Schlafes statt.

Ohne Schlaf würde es dem Gehirn schwer fallen, alle tagsüber gesammelten Informationen sinnvoll zu verarbeiten und langfristig zu speichern. Im Wachzustand fehlt oft die Zeit dazu, die gesammelten Eindrücke sinnvoll zu erfassen.

Das schlafende Gehirn lässt unseren Tag nochmals Revue passieren, tagsüber verknüpfe Assoziationen werden gefestigt – ein Lernprozess findet statt. Auch wurde herausgefunden, dass Schlaf Geistesblitze verstärkt.

 

Deshalb ist erholsamer Schlaf für alle – ob Baby oder Erwachsener - wichtig für ein funktionierendes Gedächtnis.

 

Fazit: Was man quantitativ an Wachzeit einbüßt, wird durch die Qualität der aktiven Stunden aufgewogen.

Aber nicht nur der Hauptschlaf in der Nacht sondern auch kurze Nickerchen am Tag fördern Konzentration und Gelassenheit.

 

In der Nacht durchlaufen wir in regelmäßigen Abständen 5 Phasen
(Quelle: Univ-Prof. Dr. med. Manfred Walzl: SCHLAF GUT. Siehe rechter Bereich)
:
Einschlafphase: Muskelentspannung, schnelle Augenbewegungen
Stadium 1: Muskeln werden lockerer, schwere Glieder, sinkende Körpertemperatur, ruhige Atmung, Augen schließen sich, langsame Augenbewegungen
Stadium 2: Hin- und Herrollen der Augen, langsames Schwinden des Bewusstseins

Stadium 3: Muskeln entspannen noch mehr, Herzschlagrate sinkt, Blutdruck reduziert, Stillstand der Augen
Stadium 4: weiteres Sinken der Körpertemperatur, Immunsystem regeneriert sich, regelmäßige Atmung und Herzfunktion

REM-Stadium (REM = Rapid Eye Movement): völlig entspannte Muskeln, Herzschlag und Atmung steigen an, schnelle Augenbewegungen, Gehirn ist sehr aktiv.

 

Y Wohlbefinden über Nacht

Schlecht zu schlafen erhöht die Unfallgefahr, bestätigt Univ.-Prof. Dr. Manfred Walzl von der MedUniGraz in einer Studie. Im Schlaf werden chemische Botenstoffe freigesetzt, das Zellwachstum wird angeregt, die Immunabwehr und das Gedächtnis arbeiten auf Hochtouren. Nebenbei werden große Mengen an Zucker und Sauerstoff verbraucht.

 

J   schlafhygiene
Richtige Verhaltensweisen für einen gesunden, erholsamen Schlaf.

 

1.      Erst dann ins Bett gehen, wenn man müde ist.

2.      Probleme werden nicht im Bett gelöst und Ängste verschwinden dort ebenso wenig.

3.      Manche Leute brauchen eine entsprechende Schlafumgebung.

4.      Alkohol: Ein Schlaftrunk kann wohl die Einschlafphase verkürzen, senkt aber die Hirnaktivität herab. Auf Alkohol vor dem Schlafengehen ist bei Schlafproblemen also zu verzichten.

5.      Nikotin: Nicht nur, dass die Sauerstoffsättigung des Blutes von Rauchern vermindert ist, sondern auch Entzugserscheinungen während der Nacht wirken negativ auf Schlafqualität und Schlafdauer.

6.      Abendliches Essen: Die Hauptmahlzeiten sollen auf den Morgen oder den Mittag verlegt werden. Allerdings kann eine kleine Mahlzeit vor dem Schlafen ein störendes Hungergefühl verhindern. 

7.      Abendliche Trinkmenge: Wessen Nachtschlaf durch einen entsprechenden Harndrang gestört wird, sollte eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr auf die erste Tageshälfte verlegen

8.      Der Mittagsschlaf oder andere "Nickerchen" untertags sind erlaubt, wenn der Nachtschlaf ungestört ist.

9.      Das Einschlafen vor dem Fernseher oder auf der Couch vermeiden: Wer müde ist, gehört ins Bett!

10.  Temperatur: Im Schlafzimmer ist eine Temperatur von 14-18° Celsius anzustreben. 

11.  Schichtarbeit und andere Umstellungen des Schlafrhythmus – so gut es geht vermeiden.

 

  Andere Länder - andere Schlafsitten
Mitteleuropa: Monophasenschlaf = Tag- und Nachtschlaf
Südliche Länder: Zweiphasenschlaf = Siesta und Nachtschlaf

Vor allem in Japan + Amerika: Mehrphasenschlaf = kurze Nickerchen am Tag.
In Amerika wird dieses Schlummern als Power Napping bezeichnet, in Japan als Inemure.

  Buchtipp:

SCHLAF GUT
Univ.-Prof. Dr. med. Manfred Walzl

Einschlaf-schwierigkeiten und Durchschlafprobleme beseitigen

Nie wieder Schlafstörungen!
Dieses Buch zeigt, welche Schlafstörungen wie behandelt werden können. Wie man dadurch wieder Lebensqualität gewinnt und was jeder Einzelne selbst dazu beitragen kann, um guten Schlaf zu finden. Selbsttests weisen den Weg zur Diagnose.

 

Verlagshaus der Ärzte

 


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